Jens Höpfner – Fliesenleger

Abdichtung im Verbund

Die Bauordnungen der Bundesländer beschreiben, dass Bauwerke und Bauteile so zu planen und auszuführen sind, dass durch Wasser oder Feuchtigkeit keine Schäden oder unzumutbare Belästigungen entstehen. Die Bausubstanz muss durch geeignete Maßnahmen zur Abdichtung geschützt werden.

FAQs

Abdichtung im Verbund mit Fliesen und Platten

Im Zusammenspiel mit keramischen Belägen haben sich über viele Jahrzehnte die sog. Abdichtungen im Verbund in der
Praxis bewährt. Diese wurden bisher in verschiedenen Merkblättern des ZDB, BEB oder des Steinmetzverbandes beschrieben.

Direkt und indirekt beanspruchte Flächen in Räumen, in denen nicht sehr häufig mit Brauch- und Reinigungswasser umgegangen wird, wie z. B. im häuslichen Badezimmer. In Bereichen mit mäßiger Beanspruchung ist dafür Sorge zu tragen, dass hinter den Fliesenbelägen und unterhalb einer Duschtasse und Badewanne – im Speziellen wenn feuchtigkeitsempfindliche Untergründe vorhanden sind – abzudichten ist. Die Konstruktion ist vor Durchfeuchtung zu schützen.

Direkt und indirekt beanspruchte Flächen in Räumen, in denen sehr häufig oder lang anhaltend mit Brauch- und Reinigungswasser umgegangen wird, wie z. B. Umgänge von Schwimmbecken
oder Duschanlagen (öffentlich und privat). Diese Bereiche besitzen in der Regel oftmals geflieste Bodenflächen mit Bodenablauf, auf denen zeitweise mit drückendem
Wasser zu rechnen ist.

Ein Großteil der abzudichtenden Flächen sind Bodenflächen (Duschanlagen, Wellnessbereiche, Beckenumgänge, etc.). Eine
Arbeitserleichterung ist es, wenn die Abdichtung einen selbstverlaufenden Charakter hat und ähnlich einer selbstverlaufenden
Spachtelmasse planeben verläuft. Selbst Unebenheiten können im Rahmen der Abdichtungsarbeiten so ausgeglichen
werden, um einen optimalen Untergrund für Großformate oder eine Mosaikverlegung zu erhalten. Schichtdicken bis
zu 8 mm sind so ausgleichbar. Von den technischen Eigenschaften bleibt alles wie gehabt. Natürlich ist die selbstverlaufende
Dichtschlämme auch in zwei Arbeitsgängen aufzubringen.

Bisher wurde in diesem Bereich die hochbeständige, flüssig zu verarbeitende Reaktionsharzabdichtung (Sopro PU-FlächenDicht)
eingesetzt. Die bahnenförmigen Verbundabdichtungen haben in der einen oder anderen Situation ihre Vorteile und
werden deshalb auch in den höher belasteten Bereichen gerne verbaut. DIN 18534 gibt diese nun auch für Wandflächen in W3-I-Bereichen frei.

Konstruktionen im Außenbereich, sind durch die natürliche Bewitterung generell einer hohen Belastung ausgesetzt. Die
stattfindenden Temperaturwechsel führen in der Konstruktion zu ständigen Längenänderungen, was zu Spannungen im
Gesamtaufbau führt.

Bei den nach DIN 18 534 Teil 3 zugelassenen Abdichtstoffen, handelt es sich um flüssig zu verarbeitende Stoffe, welche mit dem folgenden Fliesenbelag einen Verbund herstellen und als Gesamtsystem zu bewerten sind. Die flüssigen Abdichtstoffe sind in mindestens zwei Arbeitsgängen zu applizieren und müssen abschließend
eine Mindesttrockenschichtdicke erreichen.

Bedingt dadurch, dass in allen Nassbereichen unterhalb des Fliesenbelages heute Abdichtungen im Verbund zum Einsatz kommen, liegt es auf der Hand, dass durch Beschädigungen (Fliese gebrochen/gerissen) oder notwendige Nachinstallationen an diese Abdichtung angearbeitet oder ergänzend weiter gearbeitet werden muss.